CIRS Berlin ÄZQ Aktionsbündnis Patientensicherheit Deuschte Krankenhaus Gesellschaft Deutscher Pflegerat e.V.

Fälle des Monats

Fall des Monats „September 2012“: Umgang mit Patienten mit Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung

  • Titel: Umgang mit Patienten mit Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung
  • Altersgruppe: Unbekannt
  • Geschlecht: Unbekannt
  • Zuständiges Fachgebiet: Innere Medizin
  • In welchem Kontext fand das Ereignis statt?: Nichtinvasive Massnahmen (Diagnostik / Therapie)
  • Wo ist das Ereignis passiert?: Krankenhaus
  • Versorgungsart: Routinebetrieb
  • Was ist passiert?: Bei einem Patienten mit Creutzfeld-Jakob-Erkrankung, im Überwachungszimmer liegend, gab es keine Kennzeichnung am Patientenbett oder sonstige Hinweise zu dieser Erkrankung. Es wurde auch keine Information über die Erkrankung an die weiteren Therapeuten (Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie) gegeben. Einzig ein Merkblatt in der Akte ließ erkennen, dass der Patient an der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung litt.
  • Was war das Ergebnis?: Verunsicherung bei dem Pflege- und Behandlungsteam.
  • Wo sehen Sie Gründe für dieses Ereignis und wie könnte es in Zukunft vermieden werden?: Alle Mitarbeiter, die zu dem jeweiligen Pat./Bew. Kontakt haben müssen beachten, dass Informationen entsprechend weitergegeben werden. Entweder direkt bei der Aufnahme/Anmeldung bzw. Mitteilung des Befundes muss diese Information notiert und weiter gegeben werden. Eindeutige, allen bekannte Kennzeichnung z. B. der Akte, des Zimmers, Bettes etc.
  • Wie häufig tritt ein solches Ereignis ungefähr auf?: Jährlich
  • Kam der Patient zu Schaden?: nein
  • Welche Faktoren trugen zu dem Ereignis bei?: Kommunikation (im Team, mit Patienten, mit anderen Ärzten etc.)
  • Wer berichtet?: Andere Berufsgruppe

Fachkommentar des Fachbeirats CIRSmedical.de

Autorin: Dr. med. J. Rohe, MPH (Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Berlin)

Um die in diesem Bericht geschilderte Verunsicherung des Pflege- und Behandlungsteams zu vermeiden, sollten insbesondere bei seltenen und subjektiv bedrohlich wirkenden Erkrankungen wissenschaftlich fundierte Infomationen und Handlungsanweisungen gegeben werden. Eine offene Kommunikation über die Erkrankung und mögliche Übertragungswege ("Normale soziale und pflegerische Kontakte sowie nicht invasive Untersuchungen sind nicht mit einem Übertragungsrisiko verbunden", vollständige Quelle siehe unten) ist unabdingbar. Eine Kennzeichnung des Bettes oder Zimmers ist weder zulässig noch notwendig.

Arbeitskreis "Krankenhaus-& Praxishygiene" der AWMF die S1-Leitlinien zur Hygiene in Klinik und Praxis "Prophylaxe der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung in Krankenhaus und Praxis" erschienen. (AWMF-Leitlinien-Register Nr. 029/025 Entwicklungsstufe: 1 + IDA)

Sie wurde 1/2012 zuletzt überarbeitet und findet sich auf den Seiten der AWMF unter http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/029-025l_S1_Prophylaxe_Creutzfeld-Jakob-Erkrankung.pdf

Besonders hinweisen möchten wir auf folgenden Absatz auf Seite 3 der Leitlinie:

Allgemeine Präventionsmaßnahmen bei CJD-Patienten oder CJD-Verdacht (11, 30, 39); Betreuung: Normale soziale und pflegerische Kontakte sowie nicht invasive Untersuchungen sind nicht mit einem Übertragungsrisiko verbunden, so dass die Einhaltung der üblichen Hygienegrundsätze ausreichend ist. Eine Pflege im Einzelzimmer ist aus infektionsprophylaktischen Gründen nicht erforderlich. Abfälle aus Pflege und Behandlung der Patient wie z.B. Auswurf, Erbrochenes u.a. erfolgt nach den üblichen Grundsätzen (Abfallschlüssel 180.101). Nach invasiven Eingriffen sind Einmalinstrumente und Schutzkleidung sowie potentiell erregerhaltiges Material als Abfall der Gruppe C (Abfallschlüssel 180.103) durch Verbrennen zu entsorgen. Geschirr, Waschutensilien, Kleidung, Wäsche und Bettwäsche werden in üblicher Weise aufbereitet. Lediglich bei größeren Liquorkontaminationen sollte mit 2,5% Natriumhypochlorid bzw. 1-2 M NaOH (1 Stunde) vordesinfiziert werden. Für die Hauskrankenpflege gilt die Einhaltung der üblichen Hygienegrundsätze.

Weitere Informationen zum Thema CJK: